Nach der Klinik, nach der Diagnose...

13. 07. 2017 02:45
Hallo,

ich bin - was das Verfassen eigener Beiträge betrifft - neu hier. Mitgelesen habe ich hier eigentlich seit dem ersten Mal, als meine Psychiaterin "die Idee hatte", das sei vielleicht alles keine unipolare Depression mehr. Das war vor ca. 3 Jahren. Ich bin mittlerweile 43, hatte in den letzten ca. 5 Jahren 7 schwere depressive Episoden.

Ich weiß nicht genau, wie üblich hier längere Vorstellungen sind. Ich mach das jetzt einfach mal.

Wegen meiner "Stimmungen" beim Arzt war ich das erste Mal vor ca. 15 Jahren. Damals stellte der Psychiater auf der AU (nicht im Gespräch mit mir) die Diagnose Borderline.
Die letzte depressive Phase dauert jetzt schon seit September '16 an, wobei es deutliche Aufwärtstendenzen gibt. Trotzdem macht mir das Ganze Angst, denn über mehr als 4 Monate gingen die Depressionen bislang nie. Von Anfang Mai bis Mitte Juni war ich in der Klinik. Dagegen hatte ich mich aus Angst vor der Psychiatrie und auch vor dem "jetzt ist es amtlich: du bist nicht ganz richtig im Kopf" lange gewehrt. Was Quatsch war, denn mir hat der Aufenthalt dort sehr geholfen. Vor allem damit, die Diagnose mal annehmen zu können und "in echt" mitzukriegen, dass es andere gibt, denen es ähnlich geht.

Meine Diagnose ist Bipolar II, wann das erste Mal eine Phase aufgetreten ist, evaluiere ich grad mit meiner Therapeutin. Ich glaube, dass es früh in der Pubertät war.
Die hypomanen Phasen habe ich eigentlich durchweg als positiv in Erinnerung, auch wenn ich mich sicherlich in Gefahr gebracht und teilweise mir nahe stehende Menschen verletzt habe. Ehrlich gesagt, sehe ich das Problem mit diesen Phasen nicht und werde sie wohl auch vermissen.
Momentan beobachte ich jede noch so geringfügige Änderung meiner Gemütslage oder des Antriebs äußerst misstrauisch. Ich denke, das ist am Anfang einfach so?
Ich nehme zur Zeit 300mg Bupropion und 900mg Lithium (Quilonum ret., je 450 morgens und abends). Die Nebenwirkungen sind eher "kosmetischer" Natur, bislang nehme ich das in Kauf für die Vision eines Lebens ohne krasse und immer krassere Abstürze.

Eben auf dem Nachhauseweg, ein wenig beschwipst und mit motivierender Musik im Ohr dachte ich auf einmal: "Vielleicht ist das jetzt einfach der Punkt, an dem du überlegst, was DIR eigentlich wichtig ist, was du machen willst, was du erleben willst... und dann richtest du den Rest eben danach aus".
Jetzt, wo ich das schreibe, hört sich das fürchterlich banal an. Aber offenbar habe ich das bislang nicht so gemacht.
Sorry - wird gerade konfus...

Mein Hauptproblem gerade ist:
Ich kann meinen alten Job - wenn überhaupt - nur extrem modifiziert weiter machen. Das Schwierige ist: ich kann mich mich mit dem grundlegenden Business (Discobetrieb) nicht mehr identifizieren - meine Kolleg_innen und die auf Gemeinschftlichkeit ausgerichtete Zusammenarbeit möchte ich aber eigentlich nicht missen.
Und irgendwie denke ich, wenn noch was ganz neues anfangen, dann jetzt.
Oder: suche ich mir was, wo es keine Verantwortung und keinen Stress gibt, und verlagere die Sinnsuche ins "Privatleben"?

Versteht jemand, was ich meine?
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Nach der Klinik, nach der Diagnose...

ala997 310 13. 07. 2017 02:45

Re: Nach der Klinik, nach der Diagnose...

Supernova21 97 13. 07. 2017 03:48

Re: Nach der Klinik, nach der Diagnose...

mad-usa 94 13. 07. 2017 08:05

Re: Nach der Klinik, nach der Diagnose...

blauäugige 110 13. 07. 2017 10:38

Re: Nach der Klinik, nach der Diagnose...

mad-usa 80 13. 07. 2017 18:08

Re: Nach der Klinik, nach der Diagnose...

blauäugige 66 13. 07. 2017 19:25

Re: Nach der Klinik, nach der Diagnose...

tough 84 13. 07. 2017 20:07



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