Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

18. 05. 2017 13:02
Hallo,
auch ich habe mich jetzt aus lauter Verzweiflung tage- /monatelang durch dieses Forum gekämpft und alles in mir aufgesogen. Jetzt habe ich gerade das Gefühl alles zu schreiben, in der Hoffnung abschließen zu können.
Vor ca. 10 Monaten lernte ich einen ganz lieben Mann kennen. Wir verstanden uns von Anfang an super (rein freundschaftlich). Er half mir viel und unterstützte mich, da ich mich gerade in einer Trennung befand. Wir hatten täglichen Kontakt. Irgendwie haben wir uns gegenseitig gebraucht. Bis er dann eines Tages von heute auf morgen den Kontakt abgebrochen hat. Ich hatte keine Möglichkeit mehr ihn zu kontaktieren. Bin dann zu ihm hingefahren, aber selbst da hat er nicht aufgemacht. Erst am nächsten Tag wieder hat er sich gemeldet. Er musste sich den abend vorher wegen mir so vollgetrunken haben. Ich weiß bis heute nicht warum. Dann war 2 Monate wieder alles Friede, Freude, Eierkuchen. Er hat mich auf Händen getragen. Und da haben wir Beide auch gemerkt, dass da mehr ist wie Freundschaft. Hatten aber nichts miteinander. Und genau nach diesen 2 Monaten wieder totaler Konraktabbruch. Ich war natürlich völlig durch den Wind, da nicht wirklich eine Erklärung kam, nur wir sind zu verschieden. Ich wurde wieder überall blockiert und hatte keine Chance selber etwas dazu zu sagen. Da er ein wichtiger Mensch für mich ist, bin ich 2 Wochen später ins Auto gesessen und zu ihm gefahren. An diesem Tag haben wir viel gesprochen und sind auch zusammen gekommen. Er erzählte mir, dass er anonym eine Mail bekommen hätte, in der ich nicht gerade gut dargestellt wurde. Und er wusste in diesem Augenblick nicht, wie er reagieren sollte. Deshalb hatte er seine Psychologin angerufen. Die riet ihm zum sofortigen Konraktabbruch, oder er wird dieses Mal in der Klinik landen. Ich wusste, dass er krank war, dachte aber erst, dass er Depressionen hat. Erst sehr viel später hat er nebenbei erwähnt, dass er eine bipolare Störung hat. 2 Wochen war dann wieder eitler Sonnenschein und von heute auf morgen veränderte sich schlagartig seine Stimmungslage. Total gereizt, dann war er wieder zurück gezogen, machte sich um viel zu viel Dinge Gedanken, die für mich nur ein Schulterzucken waren, an manchen Tagen redete er ohne Unterbrechung (einmal 4 Stunden am Stück, bin völlig erschlagen heimgefahren), dann war er wieder völlig liebevoll und im nächsten Augenblick aggressiv. Damals wusste ich noch nichts davon und war erschrocken, wie ein Mensch auf einmal so mit einem anderen reden kann. Am Anfang hatte ich noch was dagegen gesagt, aber irgendwann alles über mich ergehen lassen. Erst als ich es wusste fing ich an mir Informationen darüber zu beschaffen, da ich vorher mit dieser Krankheit noch nicht in Berührung kam. Die letzten Wochen waren nicht einfach. Viele äußere Einflüsse von seiner Seite aus (seine Exfrau, die verschuldet ist, und der er immer hilft und immer und immer mehr arbeitet (für mich blieb da nicht viel Zeit), dann ungewohnte Situationen bei der Arbeit, in die er sich eingemischt hat und versucht hat zu regeln, aber auf echt heftige Weise, dann hat er wieder nicht viel geschlafen und gegessen und immer wieder Alkohol). Auch von meiner Seite bakam er immer wieder ein paar Sachen bzgl. der Trennung mit, obwohl ich versucht hatte ihn da weitgehend raus zu halten. Trotzdem war er immer lieb und hat es mir auch gezeigt und geschrieben, wie sehr er mich doch liebt. Nachdem dann seine Exfrau wieder eine Woche bei ihm gewohnt hat (sie hatte einen Nervenzusammenbruch wegen der vielen Schulden und da sie aus gewissen Gründen zu niemand konnte, hatte er sie zum Aufpäppeln aufgenommen (war für mich echt ne beschissene Situation, aberichtet ich habe ihm vertraut)), sahen wir uns das Wochenende drauf wieder. Es war echt wunderschön, bis zu dem Zeitpunkt, als er eine Whiskeyflasche auf den Tisch gestellt hat und diese innerhalb von 5 Stunden geleert hat. Da fing er an zu heulen und erzählte mir immer und immer wieder die heftigen Geschichten aus seiner Kindheit. Am nächsten Tag konnte er sich an nichts mehr erinnern. Er meinte nur, Scheiße, es fängt wieder an, er muss zum Psychologen. Ich schaute ihn nur fragend an, ob es wohl an mir liegt, dieser Aussetzer. Er meinte nur, nein, ich brauche dich doch. Tja, und dann ging er 2 Tage später zu seiner Psychologin und die erklärte ihm, dass die Zustände nach über einem Jahr wieder aufgetreten sind, als diese Frau (also ich) in sein Leben kam. Am selben abend hat er noch Schluss gemacht mit der Begründung, er wollte nie eine Fernbeziehung, auch sei der Altersabstand zu groß (12 Jahre), dann bräuchte er auch keine Kinder mehr (ich habe 2), und er will sein Leben führen wir bisher in seinen 4 Wänden mit seinem kleinen Freundeskreis und alles ist gut. Das hätte ihm die Psychologin vor Augen gehalten und sie hätte recht. Ich war natürlich völlig vor den Kopf gestoßen, da er kurz vor dem Termin noch gesagt hatte, wie sehr er mich liebt. Die Psychologin meinte, er solle den Kontakt abbrechen, aber das will er nicht, er will mir helfen darüber hinweg zu kommen, und eine super Freundschaft aufbauen (haha, wenn das mal so einfach wäre). Er hat sich dann die letzten Tage jeden Tag gemeldet. Und auch Montag abend wieder im Vollrausch mit den Worten es ist schön deine Stimme zu hören und ich liebe dich. Ich würde ihm so gerne helfen, aber ich weiß, ich kann es nicht. Ich vermute, er hängt in einer Depression drin, alleine wie er 4 Tage seinen Zustand beschrieben hat, völlig in Watte. Er geht ganz normal arbeiten und versucht es mit Essen und viel Schlaf in Griff zu bekommen. Medikamente nimmt er nicht. Er will es so schaffen. Seine Psychologin hat ihn gefragt, ob er sich das Leben nehmen will. Nein, will er nicht, deshalb lässt sie ihn so machen. Nachdem ich gemerkt habe, dass es mir immer schlechter geht hab ich ihm gestern geschrieben, dass ich den Kontakt abbreche. Ich weiß, ich darf es nicht, aber ich gebe mir die Schuld an seinem Zustand. Wenn ich nicht gewesen wäre, dann würde er jetzt vielleicht noch "normal" leben. Aber es ist gerade alles so schwer, da ich ihn liebe, und ich weiß, er mich auch. Hab schon seine Nummer gelöscht, damit ich nicht in Versuchung komme ihm zu schreiben. Aber die Schuldgefühle bleiben, vor allem weil er bis vorgestern auch gesagt hat, dass ihm die Gespräche mit mir gut tun, aber weiß, dass wir kein Paar mehr sein werden. Ihm geht es schlecht, ich merke es ihm an und das er gegen diesen Zustand ankämpfen. Ich würde ihn auch wieder zurücknehmen, aber ich weiß, gerade ist es utopisch. Hat er jetzt die Entscheidung aus vollem Ernst getroffen oder nur weil er gerade in diesem Schub steckt?! Ist es richtig mich zurück zu ziehen oder wieder den Kontakt zu suchen?! Das weiß keiner. Muss glaub auf mein Gefühl hören.

Feejc
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Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Feejc 963 18. 05. 2017 13:02

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Aradia 314 18. 05. 2017 15:18

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Feejc 248 18. 05. 2017 16:46

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Feejc 235 18. 05. 2017 16:55

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

A20213 248 18. 05. 2017 17:31

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Feejc 252 18. 05. 2017 17:54

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Nil 222 18. 05. 2017 18:49

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elnauseante 221 18. 05. 2017 19:15

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Feejc 237 18. 05. 2017 19:42

Re: Es ist eine Krankheit - aber doch so schwer zu verstehen...

Feejc 245 18. 05. 2017 19:12

Die Krankheit

AmE 239 19. 05. 2017 14:01

Von der Depression so schnell in eine Manie?

Feejc 193 25. 05. 2017 11:07

Re: Von der Depression so schnell in eine Manie?

Nil 158 25. 05. 2017 18:11

Re: Von der Depression so schnell in eine Manie?

Feejc 151 25. 05. 2017 22:14

Re: Von der Depression so schnell in eine Manie?

AmE 179 26. 05. 2017 11:56



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