Hallo ich bin neu :)

19. 04. 2017 21:11
Hallo Ihr Lieben.
Ich habe mich als Angehörige hier angemeldet in der Hoffnung, etwas seelischen Beistand zu finden.
Am Besten erzähle ich Euch meine Geschichte, entschuldigt bitte wenn Sie etwas lang ist und ich vielleicht etwas unkoordiniert hin und her springe :)

Ich kenne meinen Freund nun seit 3 Jahren, seit fast 2 sind wir ein Paar. Das er bipolar ist, wissen wir seit Anfang 2015, als er nach der Trennung seiner Exfreundin ein Tief hatte und ich als seine beste Freundin ihn quasi aufgepäppelt habe. Seit wir die Diagnose kennen, ergibt vieles Sinn -auch für ihn und seine Vergangenheit. Zu dieser Zeit war er damals für kurze Zeit in ärztlicher Behandlung und hatte wohl auch Tabletten bekommen, die er aber nach kurzer Zeit nicht mehr nahm.

Wie ich im Nachhinein erfahren habe, erzählte er seinen Eltern, dass ich der Grund gewesen sei, der ihn davon abgehalten hatte Dummheiten zu begehen, ich war sein Anker.

Ein halbes Jahr später waren wir zusammen und da ich aus meiner Wohnung raus musste, zogen wir quasi zusammen. Hier begannen die eigentlichen Probleme, denn was ich vorher nicht wirklich als Teil der Krankheit ernst genommen hatte und teilweise sogar noch negativ unterstützte, war nun offensichtlich.
Der Mann, den ich so sehr liebte,verwandelte sich in regelmäßigen Abständen zu einem herzlosen Monster! Er verbrachte Tage und Nächte vor dem Computer, er verlor regelmäßig die Kontrolle über seinen Alkoholkonsum und rastete dabei über die Maßen aus. Er wurde beleidigend und verletzend und beendete in diesen Zuständen auch jedes Mal unsere Beziehung.

Ich sah, dass er ein Problem hatte, jedoch brachte ich es nicht mit dieser Störung in Verbindung, Ich stempelte ihn als alkoholkrank ab. Die Symptome mit meiner alkoholkranken Mutter, waren einfach zu identisch. Ständig versteckte er Leergut in der Wohnung, ständig stritt er ab getrunken zu haben, egal wie offensichtlich es war, ständig beteuerte er mir, er hätte es unter Kontrolle.
Am Ende war es jedes Mal ein Horrortrip der allerfeinsten Güte.

Dabei verlief es immer nach dem selben Schema ab: nachdem er mir wieder im Vollsuff einen Horrotrip verpasst hatte, war es ihm am nächsten Tag peinlich, er entschuldigte sich, steinige sich selbst und schwor nichts mehr anzurühren. Die Erfahrung mit meiner Mutter lehrte mich, dass je,and mit einer Alkoholkrankheit nicht einfach mit dem Finger schnippen und geheilt sein konnte. Ich fab ihm also eine Chance und den Ratschlag sich Hilfe zu holen und wirklich - er rührte teilweise Wochen lang keinen Tropfen an!
Dann kam irgendwann wieder irgendein Punkt, meistens wenn er allein zu Hause war, und das Drama begann erneut.

Es änderte sich auch nicht, als er wieder Arbeit fand, einzig das nächtelange Zocken nahm ab.

Eineinhalb Jahre ging das so, ich hatte zwischendurch regelrecht Panik nach Hause zu kommen, weil ich nie wusste, was mich erwartete. Selbst als er eines Abends nach einer Party für einige Stunden unauffindbar war, weil er in einer Bank eingeschlafen war, hielt seine Abstinenz nicht lange an.

Doch inzwischen hatte ich mich genug über die bipolare Störung informiert, um zu wissen, das der Alkoholkonsum ein Teil der Störung und nicht das eigentliche Problem war.
Dennoch war mein bzw unser Alltag ein regelrechter Spiesroutenlauf, in dem er jeden Augenblick wieder explodieren konnte.
Immer wieder "trennte" er sich, immer wieder bereute er es....

Irgendwann kam ich an den Punkt und weihte seine Eltern ein. Die hatten ähnliche Dramen bereits in seiner Kindheit und Jugend mitgemacht und dachten bis zu diesem Punkt, er würde immer noch Medikamente nehmen. Es rat so gut, mich endlich jemandem anzuvertrauen, der ihn nicht als irre abstempelte und mir einfach nur riet ihn zu verlassen.

Der Höhepunkt kam, als ich eines Abends von der Arbeit kam und ihn reglos und halb bekleidet, mit Straßenschuhen quer im Bett liegen sah. Überall in der Wohnung brannte Licht.
Mein erster Gedanke war sofort, dass etwas passiert war, nicht das er vor lauter Surf einfach ins bett gefallen war nachdem er sich den halben Kopf rasiert hatte.
Also weckte ich ihn, fragte was los sei. Vor lauter Adrenalin und sorge erkannte ich die Warnzeichen nicht, die vielleicht dafür gesorgt hätten, dass ich ihn so liegen lasse.

Das Ende vom Lied war, das er aggressiv wie nie zuvor aufwachte, Ich keine Chance hatte ihm aus dem Weg zu gehen. Er wurde handgreiflich, hielt mich fest, schubste mich aufs bett als ich gehen wollte und prügelte wie von Sinnen auf die Badezimmertür ein, als ich mich dort einschloss um seinen Vater, statt der Polizei, um Rat zu fragen. Denn ich hatte das erste Mal seit ich ihn kannte richtig Angst vor ihm.
Er brüllte immer wieder, ich solle mich umbringen, er würde sich jemanden zum f**** suchen und mir Bilder schicken, er würde mich umbringen usw. ..

Am Ende bin ich ins Hotel, ich habe ihm wieder verziehen, eben weil ich um seine Krankheit weiß.
Dennoch, bin ich kurze Zeit später ausgezogen und wir hatten den Plan, uns ein halbes Jahr zu geben um uns dann etwas gemeinsames zu suchen. Allerdings war meine Voraussetzung, dass er sich ärztliche Hilfe sucht und zumindest das Problem mit dem Alkohol irgendwie in dem Griff bekommt.
Auch seinem Sohn zuliebe, der bei seiner Mutter lebt und der zum Glück nie etwas davon mitbekommen hat.

Seit zwei Monaten leben wir nun getrennt, wir waren bei einer Selbsthilfegruppe, die er angeblich danach noch ein paar Mal allein besucht hat. Er war wohl auch bei seiner Ärztin, die hatte ihm Medikamente verschrieben, die er wohl aktuell auch nicht mehr nimmt.
Er möchte nun auch vorerst nicht mehr mit mir zusammen ziehen, warum weiß ich nicht.

Er erzählt mir auch, Er würde seine Medikamente nehmen, nichts mehr Trinken usw...
Aber er hat seit einigen Wochen genau die selbe Anzahl Tabletten im Glas und auf dem Dachboden steht eine Tasche mit Leergut von alkoholischen Getränken.
Ich gebe zu, ich habe ihn kontrolliert... Ich weiß, es nicht schön aber es ist so und ich fühlte mich dazu gezwungen, weil ich nicht mehr weiß wann er mir überhaupt noch die Wahrheit sagt. Ich weiß nicht mal ob seine Gefühle für mich noch da oder echt sind...ob er mich betrügt...


Ich habe ihn nicht darauf angesprochen, weil ich weis wie es endet.
Heute ist er wieder ohne ersichtlichen Grund ausgerastet, hat mich blockiert, mir gesagt ich wäre für ihn gestorben usw.... Ich befürchte er hat getrunken, auch wenn er es bestreitet.


Ich liebe diesen Mann und ich weiß, das er krank ist. Ich werde ihn nicht wegen seiner Krankheit verlassen, aber ich könnte sehr gut einige Ratschläge, gerne auch von Erkrankten gebrauchen.
All das hat mich sehr verletzt und mich auch sehr ernst und etwas verbittert werden lassen.
Dennoch möchte ich einen Weg finden.

Danke an die, die das hier gelesen haben und mit denen ich mich austauschen und deren Erfahrungen ich vielleicht für mich nutzen kann.
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Hallo ich bin neu :)

Pebblz 773 19. 04. 2017 21:11

Re: Hallo ich bin neu :)

A20213 261 19. 04. 2017 22:07

Re: Hallo ich bin neu :)

Susa 245 19. 04. 2017 22:08

Re: Hallo ich bin neu :)

zuma 244 20. 04. 2017 11:15

@ Zuma @ Pebblz

4Komma5 202 20. 04. 2017 14:25

Re: @4Komma5

A20213 189 20. 04. 2017 15:20

Re: Hallo ich bin neu :)

seeteufel 200 20. 04. 2017 22:09

Re: Hallo ich bin neu :)

michelle111 156 01. 05. 2017 21:15

Re: Hallo ich bin neu :)

blauäugige 160 02. 05. 2017 07:14

Re: Hallo ich bin neu :)

A20213 155 02. 05. 2017 08:41

Re: Hallo ich bin neu :)

blauäugige 194 02. 05. 2017 12:27



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