Brief einer Ehefrau

19. 04. 2017 17:30
Hallo zusammen, ich schreibe heute zum ersten Mal!
Mein Mann leidet seit jungen Jahren an einer Bipolaren Störung. Als wir uns kennen lernten (2004) war er zwar nicht frei von seinem Leiden, hatte es aber gut im Griff und konnte in seinem Beruf als Lehrer arbeiten. Er fuhr bei der Behandlung "zweigleisig", nahm die Medikamente der sogenannten Schulmedizin, war aber auch Patient eines Homöopaten, er nahm die Globoli ein, die er genannt bekam. Außerdem besuchte er regelmäßig eine Gesprächstherapie, ging Joggen usw., tat also alles, um mit seiner Krankheit klarzukommen. Das Ziel meines Mannes war es allerdings, ganz von den Medis der Schulmedizin wegzukommen. Er setzte nach und nach die Medikamente ab und begab sich fast nur noch in die Behandlung mit Globoli.
Dann kehrte seine Erkrankung schleichend zurück. Es begann mit Schlaflosigkeit die immer mehr zunahm, dann kam draufgängerisches Verhalten dazu. Es dämmerte mir im Unterbewußtsein, dass da was nicht glatt läuft, aber auch ich hatte grenzenloses Vertrauen zu diesem Homöopaten. Sorry, ich hatte mit dem ganzen keine Erfahrung!
Dezember 2013 bis Anfang Januar steigerte sich alles ins Unerträgliche, sodass ich mit dem Homöopaten redete, der redete mit meinem Mann und der ging schließlich in die Klinik zu stationären Behandlung. Die Symptome der Manie verschwanden und er bekam eine Depression.
Nach ca. 2 - 3 Monaten Behandlung in der Klinik kehrte er zurück und begann wieder seine Arbeit als Lehrer im Rahmen einer Eingliederung. Wie sich herausstellte, war das zu früh für ihn.
Er musste wieder in die Klinik, kehrte wieder nach Hause. Danach war er lange krankgeschreiben, konnte nicht arbeiten gehen.
Inszwischen befrindet er sich in einer zeitlich begrenzten Pensionszeit und kann theoretisch wieder arbeiten gehen, sobald es ihm besser geht.
Er geht inzwischen in eine Werkstatt für psychisch Kranke. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber es hilft ihm sehr. Er hat eine Aufgabe und sitzt nicht nur zuhause rum.
Es geht ihm alles in allem etwas besser, aber jeden Morgen hat er eine innere Unruhe und negative Gedanken. Das ist jeden Morgen und jeden Morgen. Mit vorschreitendem Tag wird es besser. Also so ab 10 oder 11 Uhr. Man könnte sagen, es ist wie im Film "Täglich grüßt das Murmeltier".
Dadurch, dass die Situation vormittags so ist, braucht man im Moment garnicht daran zu denken, dass er als Lehrer arbeiten gehen kann.
Mein Mann nimmt jeden Tag "'ne halbe Apotheke" an Medikamenten und es hilft ihm morgens doch nicht. Wenn er keine Medis nehmen würde, wär's noch schlimmer, das ist mir klar. Aber ich kapier's trotzdem nicht!!
Ich möchte noch kurz erwähnen, dass er lange Jahre Lithium einnahm, das hat ihm gut geholfen. Nun ist dadurch schon eine Schädingung von einer seiner Nieren aufgetreten. Also wurde es ganz gestrichen. Ich denke, dass die Ärzte einfach nicht die richtigen Medis finden, um Lithium zu ersetzen. Und deshalb muss er jeden Morgen auf's Neue leiden. Ich versteh nicht, warum man ihm nicht helfen kann, damit er diese Tortur morgens nicht erleben muss.
Falls jemand diese Symptome ebenfalls hat oder einen Tipp hat, bitte melden.
Liebe Grüße von einer ratlosen Ehefrau!!
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Brief einer Ehefrau

Ponderosa 910 19. 04. 2017 17:30

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Sabe 343 19. 04. 2017 18:57

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Ponderosa 237 20. 04. 2017 18:46

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RoManiac 285 20. 04. 2017 15:51

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Ponderosa 233 20. 04. 2017 18:49

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dino 277 20. 04. 2017 17:05

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Nil 242 20. 04. 2017 19:12

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AmE 223 20. 04. 2017 21:30

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fahni 230 20. 04. 2017 21:04

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dino 248 21. 04. 2017 10:28

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harfe 262 21. 04. 2017 15:00

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RoManiac 177 22. 04. 2017 15:18

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abcd 220 24. 04. 2017 01:31



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