Studium und Selbsthilfe

09. 03. 2017 00:29
Ich finde auch, dass es eine sehr individuelle Entscheidung ist. Es gibt nicht mal irgendwie richtig drastische Gründe für Für und Weder für Studium bei dem, was Girlie geschrieben hat - nicht mal Abbruchsgrund ist wirklich klar. Könnte sogar sein, dass einem einfach Studieren nicht liegt - es gibt sowas, genau wie umgekehrt Ausbildung unangebracht sein kann.

Ich befinde mich in ähnlicher Situation, bin Kämpfernatur aber letztendlich entscheidet man das nicht einfach so aus dem freien Willen heraus - damit hat es nichts zu tun - die Krankheit entscheidet das auch nicht allein - wer das glaubt, grenzt sich als Person auch aus. Aber das braucht ich hier vor allem Erfahrenen hoffentlich nicht zu erzählen. Wenn es eine Qual ist und auch evtl. sogar im Berufsfeld dann später keine Alternativen sich zu schonen existieren sollte man zumindest einfach mal alles abwägen, was es noch so gibt - Überqualifizierung ist auch schon längst kein Fremdwort mehr. Das tolle in jungen Jahren ist die Flexibilität in solchen Dingen, keiner kann sagen, was richtig und was falsch ist - es gibt im Prinzip keine falsche Entscheidungen in der Hinsicht - jeder wird nur schlauer im Nachhinein - that's life. Letztendlich entscheidet kognitive Leistungsfähigkeit, gewonnene Stabilität, mit welchen Mitteln auch immer spielt erstmal gar keine Rolle, eigene Interessen und welches Leben man später gerne führen mag. Niemand muss irgendjemanden etwas beweisen aber es sollte wohl überlegt sein, um evtl. Mögliches nicht auszuschließen.
Besonders toll ist diese Studiensituation, wenn man genau vor Abschluss sehr sehr lange ausfällt - man fängt von vorn an und hat keine tolle Unterstützung wie bei Wiedereingliederungen im Job etc, obwohl man das dringlich bräuchte - so ist es bei mir aber ich gehöre eher zu den jungen Alten, die in die Altersspanne gerade noch rein passen. Die Entscheidung ist nicht einfach und ich werde einen Teufel tun mich da von irgendjemanden unnötig drängen zu lassen - wer da nur wirtschaftlich handelt kann damit unglücklich sein, wer da nur denkt am Besten irgendwas was, wo man gar nicht mehr belastet wird, wird womöglich genauso unglücklich sein. Es ist eine Entscheidung, die man zumindest nicht überstürzt treffen sollte - ich lasse mir dabei auch gerne 2 Jahre Zeit, weil ich dabei nicht großartig etwas verliere außer eben Zeit, auf die es dann auch nicht mehr so sehr ankommt - Gesundheit geht immer vor und ohne diese ist völlig egal, was man tut.

Bei einer solchen Dauer von Stabilität würde ich auch durchstarten und zwar genau mit dem, was ich möchte und parallel noch eine stützende Therapie machen, falls das möglich ist - vor allem bei den noch vorhandenen Zuständen. Diese können in jedem Fall (aus eigener Erfahrung) noch verschwinden, bei mir waren solche Dinge die Hauptbeschwerden in dem Alter, allerdings kam es da noch zu keinen bipolaren Anzeichen oder Totalausfällen.
Die Selbsthilfe-Situation ist was Bipolargruppen betrifft wohl landesweit irgendwie so und mich nervt das auch. Es ist schwierig welche in dem Alter zu finden, die Lust haben und diszipliniert genug dazu sind. Das hat nicht mal zwangsweise unbedingt was mit bipolar zu tun - da brauch ich nur die Hörsäle in der Uni anzusehen. :) Als ich früher in dem Alter war, habe ich selbst mit jungen Leuten eine Gruppe gegründet. Diese waren diszipliniert und wir sind ca. 2 Jahre regelmäßig da gewesen - unter Anleitung eines Erfahrenen, der sehr viel Freude und Engagement in solche Dinge gebracht hat. Es kamen weitere dazu und die Gruppe wurde stabil, immer mindestens 7-10 Leute jeden Alters da. Dann hat sich das, wie das halt in jungen Jahren so ist, verlaufen - ich weiß jetzt nciht mal, ob die Gruppe noch existiert. Als ich Therapie anfing war mir das mit Gruppe dann zuviel und ich brachte eher neue Leute in die Gruppe, damit sie nicht so allein dort hin gehen müssen - meine Interessen verlagerten sich. Das war allerdings auch eine gemischte Gruppe - verschiedene Diagnosen. Meiner Erfahrung nach ist halt das Reden darüber super hilfreich - selbst Menschen mit anderen Diagnosen haben gleiche Probleme, Beschwerden überlappen und so bringt das dann halt auch was. Da gibt es bestimmt Gruppen die auch junge Leute mit drin haben, aber die erstmal zu finden finde ich irgendwie auch unnötig schwierig... Hier gibts irgendwie diese Chat-Selbsthilfe für junge Betroffene, ich war noch nicht dabei, aber werde beim nächsten Mal evtl. mal mit machen. Da gibt es vllt. Leute die mehr wissen.

Gruß,
roobb
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

Jüngere Betroffene zwischen 18-30 mit Bipolar Typ 2

Girlie 465 06. 03. 2017 22:31

Re: Jüngere Betroffene zwischen 18-30 mit Bipolar Typ 2

dino 256 07. 03. 2017 17:04

Re: Jüngere Betroffene zwischen 18-30 mit Bipolar Typ 2

Supernova21 189 08. 03. 2017 20:37

Studium und Selbsthilfe

roobb 230 09. 03. 2017 00:29

Re: Jüngere Betroffene zwischen 18-30 mit Bipolar Typ 2

Supernova21 183 08. 03. 2017 20:22



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