Hallo Alle Zusammen!
Bin neu hier. Da bei meinem Mann Anfang des Jahres die Diagnose "Persönlichkeitsstörung mit manisch-depressiven Zügen" gestellt wurde und da ich aufgrund seiner Probleme eine sehr schlimme Zeit hinter mir habe, weil ich sein Verhalten nur schwer nachvollziehen kann, habe ich mich in diesem Forum angemeldet und erhoffe mir nun, Antworten auf meine Fragen sowie Tipps zum Umgang mit der Krankheit zu erhalten!
Erst einmal möchte ich kurz meine bzw. unsere Geschichte kurz erzählen:
Es begann alles letztes Jahr im Oktober. Wir hatten sehr viel Stress: Sind umgezogen, ich habe aufgrund von Problemen mit meinem ehemaligen Vorgesetzten meinen Job gekündigt...Mein Mann und ich haben viel gestritten, da ich mich von ihm im Stich gelassen fühlte. Er zeigte wenig Interesse an meinen Problemen sowie wenig Engagement bezüglich des Umzugs. Nachdem ich mich nun ein wenig in das Krankheitsbild der bipolaren Erkrankung eingelesen hab, denke ich, dass er zu diesem Zeitpunkt wohlmöglich eine depressive Phase hatte...Doch daraufhin kam es dann ganz dicke. Nach dem Umzug war er kaum noch zu Hause, traf sich ständig mit Freunden, was er zuvor kaum tat, schlief fast gar nicht mehr, nahm in kurzer Zeit sehr viel ab, war total ruppig zu mir und wollte dennoch ständig Sex, verprasste viel Geld (von dem ich nicht einmal wusste, dass er es hatte) und bandelte letztendlich mit einer Arbeitskollegin an.
Natürlich vermutete ich hinter seinem veränderten Verhalten erst einmal eine andere Frau, checkte daraufhin seine Mails und SMS...und wurde fündig! Er schrieb, dass er mich bzw. uns (mich + unsere Tochter) auf kurz oder lang verlassen würde, dass er sein ganzes Leben umkrempeln will und er total unzufrieden sei u.s.w. Mich stellte er vor dieser Frau in einem total schlechten Licht dar. Kann sein Verhalten nicht verstehen. Es erscheint mir, als hatte er die Realität aus den Augen verloren. Habe all die Jahre für uns und unsere Beziehung gekämft, war ihm immer treu, hab vieles toleriert und immer zu ihm gehalten...doch er stellte alles ganz anders dar. Nachdem ich all diese enttäuschenden Dinge gelesen hatte, war ich total fertig und sagte ihm unter Schock, dass ich mich trennen wollte. Daraufhin wollte er sich dann mit Tabletten das Leben nehmen! Ich brachte ihn in die Klinik, als ich dies bemerkt hatte und von dort wurde er in die Psychatrie eingewiesen! Aber dort ließ er sich nicht wirklich helfen und kam dann nach einer Woche wieder raus. Immerhin hat er sich einen Therapieplatz besorgt - seit diesem Sommer ist er nun in Behandlung...Und jetzt kommt mein Problem: Er möchte mit mir nicht über die Erkrankung sprechen. Er hatte zwar mal erwähnt, dass der Psychologe auch die bipolare Störung vermutet, aber mehr sagt er nicht dazu. Auch die Psychaterin, bei der er in Behandlung ist, hatte ihm entsprechende Medikamente verschrieben, doch er nimmt sie nicht ein. Als ich mich letztens mit ihm über seinen gesundheitlichen Zustand unterhalten wollte, sind wir total aneinander geraten. Er meinte dann, er sei nicht krank und ist voll ausgeflippt, hat mich dann sogar übelst verprügelt...Seitdem traue ich mich nicht mehr das Thema anzusprechen. Ich erkenne ihn nicht mehr wieder, so aggresiv hab ich ihn nie zuvor erlebt :-(
Was ich mich nun frage ist, ob die Therapie überhaupt Früchte tragen kann, wenn man die Augen vor der Erkrankung verschließt? Hab total Angst, dass sich alles wiederholt, er mich wieder hintergeht, er wieder versucht sich umzubringen...ich möchte einfach nur, dass er sich wieder besser fühlt, dass wir wieder zusammen glücklich sein können.
Würde mich echt freuen, Meinungen zu meiner/unserer Geschichte zu hören bzw. Ratschläge von Betroffenen oder Personen, die Ähnliches erleben/erlebt haben, zu erhalten... :-)