Warum ist es so wichtig, Patienten mit Bipolaren Störungen zu erkennen und sie zu therapieren?

26. 07. 2009 00:46
Bis zur exakten Diagnosestellung waren die meisten Patienten in Deutschland im Durchschnitt innerhalb von acht Jahren bei drei bis fünf verschiedenen Ärzten und hatten bereits mehrere Therapieversuche hinter sich. Dabei ist die Prognose der Erkrankung wesentlich davon abhän­gig, wie schnell die Diagnose gestellt wird und zu welchem Zeitraum eine entsprechende The­rapie eingeleitet wird. Grundsätzlich gilt: je weniger Krankheitsphasen bis zur Einleitung einer Therapie vorliegen, desto besser sprechen die Patienten auf die Behandlung an. Durch eine schnelle Therapieeinleitung können die folgenden psychischen und sozialen Probleme vermie­den werden:

Vermeidung von Suizidversuchen (Selbsttötung)

Gerade während der Entstehungsphase der Erkrankung ist das Risiko für einen Suizid am größten. Patienten mit Bipolarer Störung gelten deshalb in der Psychiatrie als diejenigen mit dem höchsten Selbsttötungsrisiko.

Vermeidung von Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch

Bei ungefähr der Hälfte aller Erkrankten finden sich in der Krankengeschichte Hinweise auf den Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Häufig werden die unterschiedli­chen Substanzen zur "Selbsttherapie" eingesetzt. Viele Patienten versuchen dadurch ihren Leidensdruck zu reduzieren und geraten dabei unweigerlich in die Abhängigkeit.

Vermeidung von Beziehungskonflikten und Erhaltung der Arbeitskraft

Je schneller die Betroffenen behandelt werden, desto höher ist die Chance, dass eine bestehen­de Partnerschaft nicht unter dem Druck der Erkrankung zerrüttet wird und die Arbeitskraft des Erkrankten erhalten bleibt.

Vermeidung von falschen Behandlungsmethoden

Werden Bipolare Störungen nicht als solche erkannt, besteht die Gefahr, dass die Symptome der Betroffenen mit ungeeigneten Medikamenten behandelt werden. Im schlimmsten Fall kann es dadurch zu einer Verschlechterung der Erkrankung oder zur Auslösung einer weiteren Krankheitsepisode kommen. Dies geschieht z.B., wenn eine bipolare Depression nur mit bestimmen Antidepressiva behandelt wird. Dabei kann es im ungünstigsten Fall zu einem Switch in eine Manie kommen.

Quelle: DGBS u.a.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.11 05:35.
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