abgenommen und trotzdem Angst, es kommt alles wieder

11. 11. 2017 18:28
Ich habe im Mai die Diagnose Diabetes gekriegt. Aus Angst, mich falsch zu ernähren, verzichte ich seitdem auf Zucker und Süßigkeiten, und wenn nicht, achte ich darauf, Sport zu treiben, damit ich die Kalorien wieder verbrenne. Dadurch habe ich inzwischen 7 kg abgenommen, aber ich habe Angst, alles wieder drauf zu kriegen, wenn ich die Kontrolle verliere und wieder anfange zu fressen. Im Urlaub habe ich nicht durchgehalten und habe wieder das genascht, wonach ich süchtig bin, hatte aber dadurch kaum zugenommen und das was dann drauf war auch wieder verloren, dann wieder aufgepasst und um die Kontrolle gekämpft.

Ich bin auch bei Overeaters Anonymous online, das heißt man tauscht Emails aus, andere schreiben Emails und die Teilnehmer können alle Emails lesen. Man darf sich nicht anschreiben außer es ist gewünscht, keinen Bezug nehmen auf andere Teilnehmer, ähnlich wie beim Meeting, zum Treffen kann ich nicht gehen, das findet nämlich im 1. Stock statt und angeblich ist nur die Toilette im 3. Stock auf, das ist für mich nicht machbar und darum mache ich online mit.

Da sind andere Ess- und Magersüchtige, auch Bulimiker, die sich ihre Gedanken von der Seele schreiben. Nun habe ich trotzdem Angst, weil diese 12 Schritte irgendwie hinken, mögen gut sein bei Leuten die wirklich substanzabhängig sind, aber nicht bei Menschen, die nur hin und wieder Essanfälle haben und dadurch nicht aggressiv werden. Ich hab einfach Angst, wieder mal nicht durchzuhalten, alles hinzuschmeißen und wieder anzufangen mit dem Fressen, obwohl ich weiß, dass ich meiner Gesundheit schade damit.

Bisher bin ich auf einem guten Weg, nur eben wieder mit diesen alten Erfahrungen, nicht durchzuhalten und den entsprechenden Ängsten vor dem Rückfall. Und ich schätze, ich werde diese Angst so lange haben, bis ich ein Jahr durchgehalten habe und mir eine Kleidergröße passt, die ich schon Jahrzehnte nicht mehr hatte. Jedenfalls angenommen, ich halte doch durch, und wenn ich wirklich Rückfälle habe achte ich darauf, dass ich das mit entsprechend viel Bewegung ausgleiche.

Da sind diese schlechten Erfahrungen mit Rückfällen, und ich kann mir wirklich vorstellen, wie sich ein Alkoholiker fühlt, der immer wieder versucht, aufzuhören und nach 3 Monaten zusammenbricht und alles geht wieder von vorne los. Meine Mutter hat auch getrunken, das weiß ich jetzt, ich wollte es nicht wahrhaben und bin durch Fernsehfilme darauf gekommen, dass sie getrunken hat, durch die Parallelen und das, was ich auch darüber gelesen habe.

Bei mir ist es eben nicht der Alkohol, da ist es das Salzgebäck oder soll ich sagen das Glutamat im Salzgebäck, nach dem ich süchtig bin, aber ein Suchtbolzen bin ich schon, ich hab ja auch bis vor 18 Jahren geraucht. Da kennt man sich so gut, dass diese Ängste einfach nicht verschwinden, und schlimm ist, ich will die alten Klamotten nicht entsorgen, aus Angst, dass sie wieder passen könnten. Dem Alkoholiker wurde gesagt, er hat Leberzirrhose, so ist das mit meinem Diabetes vergleichbar. Manche schaffen es, aufzuhören, und manche schaffen es nie. Zu wem ich gehören will, weiß ich, aber ob ich die Kraft habe, weiß ich nicht.

Vielleicht geht es jemandem ähnlich. Eine Magen-OP kommt nicht infrage, da ich nicht zu viel esse, sondern das Falsche. Isst man das Falsche, bringt eine Magen-OP auch nichts. Man kann den ganzen Tag Eis lutschen und dann nimmt man doch nicht ab, es gibt viele Operierte, die solche Tricks anwenden, um doch das zu essen, was sie wollen, und dann nehmen sie nicht ab. Man kann alles Mögliche lutschen oder schmelzen, dann ist das sinnfrei. Ich will diese Sucht unbedingt loswerden, nun weiß ich aber nicht, ob ich z. B. in Akutsprechstunden beim Psychologen was erreiche, oder ob solche Akutsprechstunden in meinem Fall überhaupt zugelassen sind? Es ist ja keine akute Selbstgefährdung durch Suizidgedanken da, dann kriege ich ja keine Akutsprechstunde?

bi-polare Grüße
Bipolara

In einem Alter, in dem frau ihr Alter nicht mehr verrät, verh., bipolar1, Autorin, Hobby-Fotografin u. -Komponistin, Laien-Regisseurin, außerdem noch K.O.-Morbidität Migräne und allergischer Hautausschlag von Mai-Oktober

Ich kann nicht gut mit Zahlen umgehen - aber es laufen ja genug Nullen rum.

2 Satzzeichen brachten mich zurück in die Psychiatrie:
Alle finden mich. Scheiße!
Thema Autor Klicks Datum/Zeit

abgenommen und trotzdem Angst, es kommt alles wieder

Bipolara 152 11. 11. 2017 18:28

Re: abgenommen und trotzdem Angst, es kommt alles wieder

dry 70 11. 11. 2017 20:02

Re: abgenommen und trotzdem Angst, es kommt alles wieder

Eternity 82 11. 11. 2017 20:14



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